Ein Sofa mit einer Récamiere ist ein besonderes Möbelstück. Die verlängerte Liegefläche, die seitlich über das eigentliche Sitzmöbel hinausragt und oft keine separate Armlehne besitzt, verleiht dem Sofa eine elegante, fast schwerelose Anmutung. Sie lädt zum Ausstrecken, Lesen und Träumen ein – doch wer sie mit einem sofabezug schützen möchte, steht vor einer ganz eigenen Herausforderung. Die asymmetrische Form, die fließenden Übergänge zwischen Sitzfläche und Liegeteil und die fehlende Abgrenzung durch eine Seitenlehne widersetzen sich den meisten Standardbezügen. Wie Sie ein solches Sofa richtig vermessen, den passenden Sofa bezug finden und ihn so aufziehen, dass er wie eine zweite Haut sitzt, zeigt Ihnen dieser Ratgeber.

Die besondere Geometrie einer Récamiere verstehen
Anders als ein symmetrisches Ecksofa, bei dem ein langer und ein kurzer Schenkel im rechten Winkel zusammentreffen, ist eine Récamiere eine organischere Form. Die Liegefläche geht fließend aus der Sitzfläche hervor, oft ohne sichtbare Trennung. Die äußere Seite der Récamiere ist meist abgerundet oder fällt sanft ab, und es fehlt die klassische Armlehne, die einem Bezug Halt geben würde. Genau diese fehlende vertikale Begrenzung macht das Beziehen so knifflig. Ein gewöhnlicher sofabezug, der auf Armlehnen angewiesen ist, um Spannung aufzubauen, läuft an der offenen Seite der Récamiere ins Leere und kann dort weder greifen noch straff sitzen.
Der erste Schritt: Die richtigen Maße nehmen
Vor dem Kauf eines Sofa bezugs für Ihre Récamiere müssen Sie präzise messen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:
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Gesamtbreite mit Récamiere: Messen Sie von der äußersten Kante der Armlehne auf der kurzen Seite bis zur äußersten Kante der Récamiere auf der langen Seite. Notieren Sie diesen Maximalwert.
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Länge der Récamiere: Messen Sie die Tiefe der verlängerten Liegefläche von der Vorderkante bis zur Unterkante der Rückenlehne. Dieser Wert ist entscheidend, denn viele Standardbezüge sind für deutlich geringere Sitztiefen ausgelegt.
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Höhe der Rückenlehne: Wie hoch ist die Rückenlehne an der Sitzfläche und an der Récamiere? Bei manchen Modellen ist die Lehne an der Récamiere niedriger – das muss der sofabezug mitmachen können.
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Form der äußeren Kante: Ist die Récamiere außen abgerundet oder eckig? Gibt es dort eine kleine, angedeutete Armlehne oder gar keine?
Mit diesen Werten gleichen Sie die Größentabellen der sofabezüge ab. Modelle, die für Ecksofas oder L-Formen mit verlängerter Chaiselongue ausgewiesen sind, kommen der Récamiere am nächsten. In der Sofabezüge-Kollektion finden Sie Bezüge, die speziell für solche asymmetrischen Formen entwickelt wurden.
Die Aufziehtechnik: Schritt für Schritt
Schritt 1: Den Bezug auf links drehen und orientieren
Drehen Sie den Sofa bezug auf links und identifizieren Sie die verschiedenen Partien. Ein guter Bezug für eine Récamiere hat eine klar erkennbare lange und kurze Seite. Der längere Teil gehört auf die Récamieren-Seite.
Schritt 2: An der kurzen Seite beginnen
Beginnen Sie mit der kurzen Seite des Sofas, an der sich die normale Armlehne befindet. Setzen Sie die oberen Ecken des auf links gedrehten Sofa bezugs an die oberen Ecken der Rückenlehne auf dieser Seite. Stülpen Sie den Bezug über die Rückenlehne, dann über die Armlehne. Diese Seite gibt dem Bezug Stabilität und einen festen Ankerpunkt für die weitere Montage.
Schritt 3: Über die Rückenlehne zum langen Ende arbeiten
Ziehen Sie den sofabezug nun entlang der Rückenlehne von der kurzen zur langen Seite. Arbeiten Sie den Stoff gleichmäßig nach unten und nach vorne, sodass die gesamte Rückenlehne bedeckt ist. Achten Sie darauf, dass die Spannung von der kurzen Seite her aufrechterhalten bleibt.
Schritt 4: Die Récamiere beziehen
Jetzt kommt der kritische Teil. Ziehen Sie den Sofa bezug über die Liegefläche der Récamiere und führen Sie ihn an der äußeren, offenen Kante herunter. Da dort keine Armlehne den Stoff hält, müssen Sie anders für Spannung sorgen: Drücken Sie den Stoff tief in die Fuge zwischen der Liegefläche und dem Untergestell. Falls vorhanden, nutzen Sie die mitgelieferten Schaumstoffrollen und klemmen Sie sie in diese untere Ritze. Die Rolle fixiert den Stoff unsichtbar und verhindert, dass er an der offenen Kante wieder hinaufrutscht.
Schritt 5: Die Sitzfläche und den Übergang glätten
Der Übergang zwischen der normalen Sitzfläche und der Récamiere ist eine heikle Zone. Hier treffen zwei unterschiedlich tiefe Sitzbereiche aufeinander, und der Sofa bezug muss diesen Übergang faltenfrei überbrücken. Drücken Sie den Stoff mit den Fingern tief in die Fuge, die häufig zwischen dem Sitzteil und dem Récamieren-Teil verläuft. Ein zusätzliches Schaumstoffpolster oder eine passgenau zugeschnittene Anti-Rutsch-Matte unter dem Bezug kann hier helfen, den Stoff straff zu halten.
Besondere Hilfsmittel für die offene Kante
Die fehlende Armlehne an der Récamiere verlangt nach kreativen Lösungen. Bewährt haben sich:
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Elastische Eckbänder mit Clips: Befestigen Sie ein Band an der Unterseite des Sofa bezugs im Bereich der offenen Kante und führen Sie es schräg unter dem Sofa hindurch zur gegenüberliegenden Seite. Die so erzeugte diagonale Spannung hält den Stoff an der Récamiere zuverlässig fest.
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Anti-Rutsch-Matten: Eine großzügig zugeschnittene Anti-Rutsch-Matte auf der gesamten Liegefläche der Récamiere erhöht die Reibung und verhindert, dass der Bezug beim Liegen verrutscht.
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Zusätzliche Schaumstoffstreifen: Wo keine Ritze ist, kann manchmal ein unter dem Stoff platzierter, flacher Schaumstoffstreifen die nötige Spannung erzeugen. Er wird einfach unter den Bezug auf die offene Kante gelegt und mit dem Stoff überzogen.
Wann ein zweiteiliger Sofabezug die bessere Wahl ist
Ein Sofa mit Récamiere ist ein Paradebeispiel für den Vorteil eines zweiteiligen Sofa bezugs. Ein Teil kann die Sitzfläche und Rückenlehne bedecken, während ein separates Element gezielt die Liegefläche der Récamiere umspannt. Diese Lösung vermeidet die Überdehnung eines Einteilers und erlaubt es, jedes Element optimal in Form zu bringen. Bei sofabezug.com finden Sie Modelle, die bewusst modular aufgebaut sind und sich auch für komplexe Sofaformen eignen.
Die richtige Pflege für den Récamieren-Bezug
Der Sofa bezug auf der Récamiere wird durch die intensive Nutzung als Liegefläche stärker beansprucht als der Rest. Hautfette, Schweiß und die Reibung beim häufigen Aufstehen und Hinlegen setzen ihm zu. Saugen Sie diesen Bereich besonders gründlich ab und waschen Sie den Bezug nach Bedarf auch öfter als die übrigen Teile – bei einem zweiteiligen System ist das problemlos möglich.
Fazit: Die Récamiere verlangt ein bisschen mehr Aufmerksamkeit – und belohnt sie
Eine Récamiere zu beziehen, erfordert eine durchdachte Technik und manchmal ein paar Hilfsmittel mehr als ein Standardssofa. Die offene Kante, der fließende Übergang und die fehlende Armlehne sind Herausforderungen, aber keine unüberwindbaren. Mit den richtigen Maßen, einem passgenauen Sofa bezug und dem gezielten Einsatz von Schaumstoffrollen, Anti-Rutsch-Matten und elastischen Bändern gelingt auch diese anspruchsvolle Montage.
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